Die Kinder spielen im Garten. So sah es aus.

Vielleicht passiert ja endlich etwas! Das hofft der Töpferlehrling Ulli, der neu nach Paar kommt, auch Karin und ihre Freundinnen. Die Jungs aus der Flüchtlingssiedlung St. Jona sowieso. In den wilden Lechauen, wo sich noch Unvorhergesehenes ereignen kann, treffen sich alle wieder auf Jays Zeltplatz. Der Junge bietet seinen Eltern die Stirn, tut, was er will, wagt sich zu den Huren und Dealern am Rondell und in die US-Kasernen in der Stadt.In die so fragile wie gefährliche Welt Anfang der 1970er Jahre dringen ungeheuerer Lebenshunger, sträflicher, strahlender Leichtsinn.
Musik gegen Blues. Leuchtender Sommer und Herzklopfen.
Und Spiele, die harmlos aussehen und tödlich enden.

 

Im Tintenfischgarten in der Presse

Alois Knoller (2010): Unter dem blauen Mond. Die Augsburger Schriftstellerin Caroline Mardaus hat den autobiografisch grundierten Roman „Im Tintenfischgarten“ geschrieben. Darin schildert sie eine Jugend am Lechrain in den 1970er Jahren. In: Augsburger Allgemeine, 12.01.2010, S. 32.

Anton Schlickenrieder (2009): Kindheit, die zu Ende ging in Paar und St. Jona. Buchprojekt: Die ehemalige Meringerin Dr. Caroline Mardaus plant eine Romantrilogie über ihre Jugend. In: Augsburger Allgemeine, 22.08.2009, S. 3.

Sybille Schiller (2008): Altmodisch im Erzählen, aber eine Sprache von heute. Augsburger Dichter: Der „Tintenfischgarten“ der Caroline Mardaus. In: Augsburger Allgemeine, 09.05.2008, S. 28.

Alois Knoller (2005): Lust am Unvorhergesehenen. Literarische Entdeckungen und eine Kleinkunstpremiere bei der Langen Kunstnacht. In: Augsburger Allgemeine, 20.05.2005, S. 23.

 

Leseprobe

 

Man achtet nicht auf Leute, die man jeden Morgen, sommers wie winters sieht, denen allen werden wir wieder begegnen auf dem Gleis drei zum Frühzug um 7.15. Allein jener Sportler fällt heraus, weil er selbst noch in klirrendem Frost kurzärmelig daherkommt und dabei seinen ungeheuren Brustkorb aus der Hüfte dreht. Der hat bekanntermaßen nicht alle Tassen im Schrank, nicht zuletzt, weil er manchmal eine Art Schwimmbrille trägt. In der Hauptsache aber warten dort Angestellte und Fahrschüler, beides hermetische Zirkel. Letztere mit komplizierten Aufnahmeverfahren, die wir nur zu gerne absolvieren wollten. Doch noch beachtet man uns bei den Gymnasiasten kaum.
Es ist daher so, daß in diesem Strom schon einer auffällt, weil er in die andere Richtung geht. Einer, der nicht diesen Ort verläßt, um eine halbe Stunde später ein Büro in der Stadt zu betreten wie Tonis Vater, der Oberamtmann Drescher. Der weder mit dem Bus weiterfährt zu den Werkshallen der MAN wie Dante Scalisi, noch wie Jürgen Kahn aus St. Jona beim Frisch in Kissing aussteigt, um Industriekaufmann zu lernen, und auch nicht, um in der Stadt die höhere Bildung zu genießen wie wir. Sondern der aus einem roten Schienenbus von Weilheim her den Ammersee entlang kam, frierend auch er, da er eine viel zu dünne Cordjacke trug.